Wie genau beurteilen Schülerinnen und Schüler ihre eigenen experimentellen Fähigkeiten? – Ein Ansatz zur praktikablen Diagnostik experimenteller Fähigkeiten im Unterrichtsalltag –

Nico Schreiber, Heike Theyßen, Martin Dickmann

Abstract


Im Artikel wird ein Ansatz zur Diagnostik experimenteller Fähigkeiten im Unterrichtsalltag vorgestellt. Dieser Ansatz beruht darauf, dass Schülerinnen und Schüler ihre experimentelle Performanz selbst beurteilen. Solche Selbstbeurteilungen können Lehrkräfte zur Diagnostik nutzen. Außerdem sind Selbstbeurteilungen eine wichtige Komponente im Rahmen des selbstregulierten Lernens, beispielsweise beim Lernen experimenteller Fähigkeiten. In beiden Fällen sollten die Selbstbeurteilungen möglichst genau sein.

Im Artikel führen wir in das Forschungsfeld zur Genauigkeit von Selbstbeurteilungen ein und stellen ferner eine explorative Studie zur Genauigkeit von Selbstbeurteilungen beim Experimentieren vor. In der Studie bearbeiteten 28 Mittelstufenschülerinnen und –schüler 24 experimentell lösbare Aufgabenstellungen. Nach jeder bearbeiteten Aufgabenstellung beurteilten die Schülerinnen und Schüler ihre experimentelle Performanz selbst. Diese Selbstbeurteilungen wurden mit Urteilen aus einem externen, objektiven Beurteilungsmaßstab verglichen, um die Genauigkeit der Selbstbeurteilungen zu ermitteln. Die Ergebnisse zeigen, dass die Fähigkeit sich selbst zu beurteilen individuell unterschiedlich stark ausgeprägt ist. Es konnten sowohl Schülerinnen und Schüler mit hoher Urteilsgenauigkeit als auch Schülerinnern und Schüler mit typischen Urteilsfehlern identifiziert werden. Die sich daraus ergebenen Konsequenzen für die Diagnostik experimenteller Fähigkeiten im Unterrichtsalltag sowie weitergehende Forschungsperspektiven werden diskutiert.


Schlagworte


experimentelle Fähigkeiten; Unterricht; formative Beurteilung; Selbstbeurteilung; Urteilsgenauigkeit

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