Bewirken Praxisseminare im Lehr-Lern-Labor Änderungen der Lehrerselbstwirksamkeitserwartung bei Studierenden?

Helen Krofta, Volkhard Nordmeier

Abstract


Im Projekt MINT-Lehrerbildung neu denken! werden an der Freien Universität Berlin die Praxisphasen im Lehramtsstudium durch neu eingerichtete Praxisseminare im Schülerlabor PhysLab ausgebaut, das somit als Lehr-Lern-Labor dient.

Die zentralen Ziele zur Verbesserung der Lehramtsausbildung durch die Praxisseminare sind: die Förderung von Professionswissen [1], die Förderung eines reflexiven Habitus‘ sowie stabile bzw. steigende Lehrerselbstwirksamkeitserwartungen [2, 3] bei den Studierenden.

In ihrem Reviewartikel weisen Tschannen-Moran et al. [4] auf Forschungsergebnisse hin, nach denen Lehrerselbstwirksamkeitserwartungen bei Studierenden in Praxisphasen abfallen, vor allem, wenn diese als „sink-or-swim experience“ (S. 235) gestaltet werden. Dies führen sie auf eine Überforderung durch die Komplexität der Praxissituation zurück. Es wird vorgeschlagen, Studierende und Novizen in kleineren Schritten an die Herausforderungen des Lehrerberufes heranzuführen. Daraus folgt für das Konzept der Praxisseminare, dass den Studierenden in der Praxissituation ein Gefühl von Sicherheit vermittelt werden soll. Die Praxiserfahrung im Lehr-lern-Labor stellt für die Studierenden eine ‚geschützte’ und in ihrer Komplexität reduzierte Lernumgebung dar, in der sie auf ‚bekanntem Terrain’ agieren und mit Unterstützung sehr kleine Klassen einer lokal ansässigen Privatschule unterrichten.

Das Konzept der Praxisseminare sowie die Ansätze zur Begleitforschung wurden bereits vorgestellt [5, 6, 7]. In diesem Beitrag werden erste quantitative und qualitative Ergebnisse zur Entwicklung der Lehrerselbstwirksamkeitserwartungen der Praxisseminar-TeilnehmerInnen vorgestellt.




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