Vignetten zur qualitativen Untersuchung von Urteilsprozessen bei SchülerInnen

Hannes Sander, Dietmar Höttecke

Abstract


Die Ausbildung von Urteils- bzw. Bewertungskompetenz bei SchülerInnen ist ein wichtiges Ziel des naturwissenschaftlichen Unterrichts. Zur Erforschung von Urteilsprozessen wurden in der Naturwissenschaftsdidaktik bislang vorwiegend offene Fragebogeninstrumente und Gruppendiskussionen zu vorgegebenen Themen verwendet. Die Geltung eines präskriptiven Entscheidungsmodells wurde weitgehend vorausgesetzt. Dieser Beitrag stellt einen alternativen Zugang zu Urteilsprozessen von SchülerInnen vor. Im Rahmen einer qualitativ-rekonstruktiven Studie werden Audiovignetten als Interviewstimuli für narrativ angelegte und fokussierte Leitfadeninterviews genutzt. In den Vignetten wird eine Entscheidungssituation im Zusammenhang mit nachhaltiger Entwicklung aufgeworfen. Die Vignetten wurden in einem zyklischen Prozess entwickelt und im Rahmen von Experten- und Schülerbefragungen validiert. Die Vignetten sind so konzipiert, dass unterschiedlich elaborierte Urteilsstrategien und Argumentationsmuster rekonstruierbar werden. Dabei wird der Kontext der Vignetten systematisch entlang eines theoretischen Kontextmodells variiert und ihre Validität mittels Experten-Befragungen abgesichert. Die Analyse hinsichtlich der den Urteilen zu Grunde liegenden handlungsleitenden Tiefenstrukturen erfolgt mit Hilfe der dokumentarischen Methode. Erste Fallanalysen belegen die Fruchtbarkeit dieser Vorgehensweise.

Schlagworte


Empirische Sozialforschung; Bewertungskompetenz; Urteilskompetenz; Vignetten



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