Lehrerüberzeugungen und Unterrichtshandeln im Fach Physik

Friederike Korneck, Max Kohlenberger, Lars Oettinghaus, Mareike Kunter, Jan Lamprecht

Abstract


Lehrerüberzeugungen, die sich auf unterrichtsnahe Inhalte, Unterrichtsmethoden oder den Umgang mit einzelnen Schülern beziehen, wird eine handlungsleitende Funktion und somit ein Zusammenhang mit der Unterrichtsqualität oder den Lernerfolgen der Schüler zugesprochen. Allerdings unterscheiden sich die Ergebnisse von Studien zum Mathematikunterricht - Staub und Stern (2002) sowie die COACTIV-Studie (Dubberke et al., 2008) - von den Ergebnissen der IPN-Videostudie zum naturwissenschaftlichen Unterricht (Seidel et al., 2006). Ursachen für diese heterogenen Befunde können, neben Unterschieden in der Erhebungsmethodik zur Unterrichtsqualität, auch in den Fachspezifika der Lehrerüberzeugungen liegen. So wurde in der Frankfurter Referendarstudie (Lamprecht, 2011) neben den in der COACTIV-Studie beschriebenen Lernüberzeugungen des 'transmission view' und 'constructivist view' ein drittes, bisher lerntheoretisch nicht berücksichtigtes Überzeugungsmuster identifiziert, das sowohl konstruktivistische als auch rezeptartige Lernüberzeugungen vereinigt.

Der Beitrag stellt ein Forschungsvorhaben vor, das mehrperspektivisch den Zusammenhang zwischen den Überzeugungen zum Lehren und Lernen und zur Wissenschaft Physik und dem Unterrichtshandeln zukünftiger Physiklehrkräfte untersucht. Zusätzlich hat das Projekt eine untersuchungsmethodische Fragestellung: Die Erhebung des Unterrichtshandelns erfolgt im Rahmen komplexitätsreduzierter, dennoch abgeschlossener Unterrichtsminiaturen. Mit diesem Design kann eine ökonomischere Gestaltung von Videostudien erreicht werden.


Schlagworte


Professionelle Kompetenz, Videostudie

Volltext:

Beitrag DD 03.02


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