Die Maxwellgleichungen: „War es ein Gott, der diese Zeilen schrieb?“

Adel Moussa

Abstract


Mit völlig veränderter Konnotation scheint die im Titel dieses Beitrags zitierte Frage Ludwig Boltzmanns auch mehr als 100 Jahre nach der Veröffentlichung seiner Vorlesungsreihe zur Elektrodynamik stets in der Luft zu liegen, wenn Studenten/innen in der "Einführung in die Elektrodynamik" mit den Ergebnissen einer Theorie konfrontiert werden, die nur noch im mathematischen Formalismus Spuren jener mechanistischen Analogie aufweist, aus der sie einst hervorgegangen ist. Die in diesem Beitrag unternommene Wiederbelebung der "Kraftlinien", "Wirbel" und "Kugellager", die Maxwells Vorstellung bei der Formulierung seiner ehemals acht Gleichungen leiteten, ist daher nicht nur unter erkenntnistheoretischen und fachhistorischen Gesichtspunkten interessant. Sie stellt zugleich die ursprüngliche Anschaulichkeit der Gleichungen wieder her, deren kritische Reflexion, obwohl sie für die mathematisch-physikalische Beschreibung und Vorhersage der Phänomene nicht relevant sein mag, sich im Sinne eines "Lernens über Physik" als geradezu elementar erweist.

Schlagworte


Genetisches Lehren u. Lernen; Elektrodynamik; Maxwell; Modelle; Analogien; Mechanik; Beziehung zwischen Mathematik und Physik; ursprüngliches Verstehen; physikalische Illustrationen

Volltext:

Beitrag DD 25.01


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